Materialgerechtigkeit ist ein Axiom moderner Architektur. Gemeint ist, dass Materialien entsprechend ihrer natürlichen Eigenschaften, Struktur und Wirkung eingesetzt werden und dabei sichtbar bleiben sollen.
Tragfähigkeit, Haptik, Alterungsprozess und geologische Präsenz des Steins prägen ebenso wie Elastizität und Resonanz organischer Komponenten die Gestalt. Die Form entwickelt sich aus dem, was das Material zulässt und fordert.
Dieses Prinzip ist ausschlaggebend für AUREIR: der Entwurf neuer Objekte geht stets von den jeweils gewählten Materialien aus, nicht umgekehrt.
Die miteinander kombinierten Komponenten bleiben erkenn- und sichtbar. Sie werden nicht verschleiert, zweckentfremdet oder ironisch imitiert wie bei postmodernistischer Architektur. Klarheit, Funktionalität und „Wahrheit“ der einzelnen Materialien bleiben erhalten und werden bewusst gewürdigt.
Indem AUREIR unkonventionelle Kombinationen authentischer Werkstoffe nicht nur zulässt, sondern gezielt bis zum Extremen auslotet, avanciert Materialgerechtigkeit vom Rahmen zum Fundament für Gestaltung. Die gravitätische Optik von Stein vereinigt sich mit der ätherischen Leichtigkeit 3D-gedruckten Holz-Filaments zu einer paradoxen Präsenz, die ihre Ingredienzien nicht leugnet, aber transzendiert.
AUREIR-Objekte stehen für sich und bewegen sich zwischen ausformulierten Sichtweisen. Ohne Nostalgie für die naive Unbeschwertheit der Moderne lassen sie theoretischen Ballast hinter sich und öffnen Raum für Vertrauen in individuelle Perspektiven. Sie sind metamodern, weder dogmatisch kollektivistisch noch individualistisch, sondern vor allem interessant.